Neue böse Wesen und so - Kapitel 8


Telefone und andere Probleme

Einige Zeit hatte Lilian jetzt bereits die Anzeige des Telefons in ihrer Hand angestarrt. Die Nummer war bereits gewählt, doch sie schaffte es einfach nicht den grünen Knopf zu drücken.


Lilian schloss die Augen und atmete tief ein. Wie schlimm konnte es denn schon sein? Ihre Exfreundin Isabel hatte das sicher schon lange abgehakt.
Aber wollte Lilian Isabel überhaupt wiedersehen? Sie hatten schließlich bereits seit Ewigkeiten nicht mehr miteinander geredet. Was wenn Isabel sich geändert hatte? Was wäre wenn sie sich selbst so sehr verändert hätte, dass sie sich nicht mehr verstanden? Nach allem, was passiert war. Würden sie überhaupt Freundinnen sein können? In Lilians Kopf war das alles ganz einfach gewesen: Sie rief Isabel an, sie trafen sich und alles wäre so wie früher. Bis auf, dass Lilian jetzt mit Emil zusammen war. Was konnte denn daran nur so schwer sein? Jetzt saß sie hier in ihrem Zimmer und schaffte es einfach nicht diesen einen blöden Knopf zu drücken.
Ach was sollte das Gejammer. Lilian öffnete die Augen und ihr Daumen war schneller auf der Taste, als das sie noch einen Gedanken daran verschwenden konnte, es nicht zu tun. Doch im selben Moment hallte das Schellen der Türklingel durch das Haus und vor Schreck drückte Lilian sofort wieder auf Auflegen. Ihr Herz schlug ihr bis zum Hals. Sie konnte es nicht tun. Warum konnte sie das nicht?
Erst als es das zweite Mal schellte, bemerkte Lilian, dass sie vielleicht aufmachen sollte. Ihre Eltern hatten gesagt, dass sie sich heute Nachmittag mit Freunden treffen würden, also konnten sie nicht die Tür aufmachen. Mit zitternden Beinen erhob Lilian sich und ging zur Tür.
Da sie niemanden erwartete, war sie umso erstaunter, als Sonia vor der Tür vorfand:
„Was machst du denn hier?“
„Wir waren verabredet. Schon vergessen?“
Lilian starrte sie etwas irritiert an. Doch auf Sonias Gesicht breitete sich ein Lächeln aus. „Du hast mich vergessen! Dafür kann es nur einen Grund geben!“
„Sag mal, sprecht ihr euch ab?“, fragte Lilian ohne auf Sonias Andeutung einzugehen, wenn es denn eine gewesen sein sollte und machte Sonia Platz, dass diese eintreten konnte.
„Wer spricht sich ab?“, fragte Sonia.
„Du und Martin. Er nimmt mir Emil ab, du kommst auf mich aufpassen.“
„Also lag ich richtig!“
„Womit?“
„Dass Emil bei dir war.“
Ohne es verhindern zu können lief Lilian rot an. In ihrem Kopf erinnerte sie sich an gestern Abend, an heute morgen und als wüsste sie, dass Sonia das fragen würde, gab sie ihr damit bereits die Antwort.
Sonia lächelte verschmitzt und hängt ihre regennasse Jacke auf. „Schon okay. Lass mich erst einmal reinkommen. Dann darfst du mir alles erzählen!“
Nachdem Sonia die Zimmertür hinter sich geschlossen hatte, grinste sie nur noch breiter. „Sag! Was ist passiert, dass du unsere Verabredung vergessen hast?“
Lilian überlegte wirklich für einen Moment, ob sie Sonia das wirklich erzählen sollte, doch irgendwie schien ihr eine Antwort die richtigere für die Frage zu sein: „Mich hat ein riesiges Fleischmonstrum angegriffen.“
Das war nicht die Sonia sich erhofft hatte. „Was ist passiert?“, fragte sie verwirrt.
„Als ich Emil zum Bus gebracht habe, war das plötzlich dieses riesige Ding, dass uns angegriffen hat. Ich habe es erledigen können. Aber es war ziemlich knapp. Der Nekromant macht scheinbar immer noch Jagd auf Emil und ich hoffe, dass war das Beste, was er hinbekommt. Sonst haben wir nämlich ein Problem.“
Sonia sah wirklich besorgt aus. „Und wo ist Emil jetzt?“
„Dein netter Cousin, der mal wieder zu spät war, hat ihn sich einverleibt. Also mitgenommen. Ich meine, die beiden sind zusammen nach Hause.“ Da alles in ihren Ohren zweideutig klang, ließ sie es darauf beruhen. Ihr Puls raste immer noch, auch wenn sie eigentlich jetzt wieder ruhig sein müsste.
„Ich weiß schon was du meinst“, beruhigte Sonia sie, bis sie Lilians Hand bemerkte. „Warum trägst du eigentlich das Telefon mit dir herum?“
Lilian sah erstaunt an ihr hinunter und stellte fest, dass sie das Telefon immer noch fest umschlossen in ihrer rechten Hand hielt.
„Oh, das habe ich wohl irgendwie vergessen wegzulegen“, stotterte sie und legte den Hörer auf dem Schreibtisch ab.
„Wen hattest du denn angerufen?“ Sonia machte es sich auf dem Bett bequem.
Lilian warf einen kurzen Blick zur Seite. „Niemanden. War nicht da.“
Sonia legte den Kopf schief. „Du bist komisch. Sicher das alles okay mit dir ist? Klar, wenn mich ein Monstrum angreift, würde ich sicher auch total durch den Wind sein. Aber du hast dich noch nie von so etwas auch nur ansatzweise aus der Ruhe bringen lassen. Also was ist passiert?“
Lilian atmete tief durch. Sonia anzulügen funktionierte einfach nicht besonders gut. Sie hatten in den letzten zwei Jahren einfach zu viel Zeit miteinander verbracht, als das Sonia nicht jede ihrer Ausflüchte durchschauen konnte. Sonia hatte sofort bemerkt, dass Lilian Emil seit ihrer ersten Begegnung nicht mehr aus dem Kopf bekommen hatte und sie bemerkte auch jetzt, dass mit ihr etwas nicht stimmte.
„Isabel ist wieder hier“, brachte Lilian schließlich hervor.
„Ja stimmt, aber was ist daran...“, begann Sonia ihre Frage, bevor es ihr wieder einfiel. „Oh, stimmt.“
„Ich überlege, ob ich mich mit ihr Treffen soll. Wir waren schließlich einmal sehr gut befreundet. Und ich weiß einfach nicht, ob ich sie sehen will oder nicht.“
„Wieso? Was kann daran so schlimm sein?“
„Mit fallen tausend Dinge ein, die daran so schlimm sein könnten!“
„Je länger du darüber nachdenkst, desto schlimmer wird es.“
„Ich weiß...“ Lilian seufzte. „Meinst du ich sollte sie anrufen?“
Sonia nickte. „Ja, das solltest du.“
Lilian warf dem Telefon einen flüchtigen Blick zu. Es war ihr immer noch nicht geheuer. „Ich will nicht!“, quengelte sie.
„Keine Ausreden!“ Sonia stand beherzt auf und drückte Lilian das Telefon in die Hand. „Ruf sie an!“
Lilian nahm den Hörer zögernd in die Hand, fing an die Nummer zu tippen, doch dann rettete sie abermals die Türklingel.
Sonia sah verwirrt zur Tür. „Wer könnte das denn sein? Ich bin doch schon da!“
Lilian zuckte die Schultern. „Keine Ahnung. Ich geh mal schauen. Vielleicht Post?“
„Am Sonntag?“, fragte Sonia ungläubig, doch Lilian hatte bereits die Chance genutzt nicht telefonieren zu müssen und war aus dem Zimmer geschlüpft.
Lilian hatte mit jedem gerechnet, sogar mit Martin, doch nicht mit Cornelius, der vor ihrer Tür stand. Vielleicht nicht mit jedem, denn viele kannten nicht einmal ihre Adresse. Cornelius kannte diese eigentlich auch nicht.
„Was machst du hier?“, fuhr Lilian ihn etwas harscher an als beabsichtigt, bevor die Tür überhaupt vollständig offen war.
Das Mädchen, das vor ihr stand, blinzelte sie etwas verwirrt an.
„Ich wollte mich entschuldigen“, sagte Cornelius ruhig. „Es war falsch, dir die Übersetzung des Buches nicht zugeben. Du musst schließlich selbst entscheiden, was du damit anstellst.“
Er zog ein dutzend Blätter aus seinem Rucksack, während Lilian ihm verdattert dabei zusah und drückte sie ihr in die Hand.
„Stell nur bloß nichts dummes damit an“, betonte er.
Ein schwaches „Danke“ kam über Lilian Lippen. „Das hättest du nicht tun müssen.“
„Stimmt. Hätte ich nicht. Habe ich aber.“
Ein Lächeln zog über Lilians Gesicht, doch als Sonia plötzlich hinter ihr im Türrahmen stand, versteinerte sich ihre Miene sofort und sie faltete schnell de Stapel Blätter so gut es ging zusammen, bevor Sonia lesen konnte, was drauf stand.
„Wer ist es denn?“, fragte Sonia und sah an Lilian vorbei Cornelius an. „Hallo“
„Hallo“ Corenlius' Stimme war ungewöhnlich hoch. Wahrscheinlich versuchte er seine Tarnung aufrecht zu erhalten.
„Das ist Corni. Sie macht mit mir Abi und hat mir grad noch Unterlagen gebracht.“ Das war die erste Lüge, die Lilian spontan einfiel.
„Welches Fach?“, fragte Sonia.
„Deutsch“, sagte Lilian schnell. „Dafür hättest du wirklich nicht bis hier her kommen müssen, Corni.“
„Kein Problem“, erwiderte Cornelius, der Lilian dabei an Lilian vorbei sah.
„Musst du nicht auch noch lernen heute, solltest du nicht mal langsam los?“
„Wieso?“
„Sag mal, Corni.“ Lilian versuchte dabei jede Silbe zu betonen. „Kannst du mir das eben nochmal mit Nietzsche erzählen?“
Damit hatte Lilian genau das erreicht, was sie wollte, kaum hatte sie Nietzsche erwähnt, hatte Sonia beschlossen, lieber in Lilians Zimmer zu warten: „Darf ich den Fernseher anmachen?“
„Na klar.“ Lilian sah ihr nach und versicherte sich, dass Sonia die Tür hinter sich schloss, bevor sie weitersprach. „Ernsthaft?“, zischte sie Cornelius an.
„Was ist?“ Cornelius erwachte aus seiner Starre und sah sie fragend an. Seine Stimme war wieder normal geworden.
„Schlag dir das direkt aus dem Kopf!“
„Du hast immer nur von ihr erzählt. Ich wusste nicht, dass...“
„Sie ist fünf Jahre jünger als du.“
„Fünf?“, fragte Cornelius ehrlich erstaunt.
„Ja, fünf“, wiederholte Lilian.
„Oh. Na dann....“ Cornelius Blick fiel auf Lilians Hand, in der sie nicht nur die Blätter, sondern immer noch das Telefon hielt. „Habe ich dich beim telefonieren gestört?“
„Ja.“ Dann verbesserte sich Lilian schnell: „Nein.“ Das war auch nicht richtig. „Ach, weißt du...“
„Ich bin gleich auch schon wieder weg“, lächelte Cornelius.
„Nein, bitte nicht.“ Lilian hatte bereits wieder vergessen, dass sie sauer auf Cornelius war, weil er eventuell Interesse an Sonia zeigte, als sie bemerkte, dass wenn er ging, sie Isabel anrufen müsste.
„Stimmt irgendetwas nicht?“, fragte er ruhig.
Lilian druckste etwas herum. „Es ist kompliziert. Magst du nicht vielleicht doch noch reinkommen?“
„Und euch beide stören? Nein. Ich sollte wirklich. Mach einfach keine Dummheiten.“ Er legte ihr die Hand auf die Schulter.
„Das musst du gerade sagen...“, erwiderte Lilian knirschend, als das Telefon mit einem Mal laut anfing zu klingeln.
Erschrocken starrte sie aufs Display. Isabel. Sie hätte es einfach ignorieren können. Doch das empfand sie plötzlich als Unhöflich. Sie gab Cornelius rasch zu verstehen, dass sie abheben musste, murmelte ein „Tschüss“ und schloss schnell die Tür, bevor sie das Gespräch annahm.
„Ja?“
Isabels Stimme am anderen Ende der Leitung klang immer noch so wie früher. „Lilian? Hallo. Ich hatte gerade an dich gedacht, und dann sah ich, dass du angerufen hattest. Wie geht’s dir?“
Lilian fiel sofort ein Stein vom Herzen. Alles war noch so wie früher. „Gut“, sagte sie und lächelte. „Und dir? Wie läuft das Studium?“

Isabel fischte sich eine rotbraune Strähne aus dem Gesicht und grinste:
„Manchmal denke ich, dass sich hier irgendwie nichts geändert hat. Es gibt sogar immer noch Milchshakes mit Minze!“
Sie saß Lilian in dem kleinen Café an der Ecke zur Hauptstraße gegenüber und nippte an dem grünen Milchshake mit Schokoladentopping.
„Ich war auch ewig nicht mehr hier“, pflichtige Lilian ihr bei.
Nachdem die beiden telefoniert hatte, hatten sie sich für heute in der Stadt verabredet. Erst war es für Lilian merkwürdig gewesen, Isabel wiederzusehen. Sie war älter geworden und damit um einiges hübscher. Sie hatte diese selbstbewusste Ausstrahlung bekommen. Ansonsten war sie innerlich die Gleiche geblieben.
„Witzig eigentlich“, wechselte Isabel zurück zu ihrem vorherigen Gesprächsthema. Ihre Stimme war ruhig und es schwang keinerlei Häme darin mit. „Du und Emil. Dabei hast du doch damals Schluss gemacht, weil du meintest, dass ich nicht dazu stehen würde, lesbisch zu sein. Dass ich nicht zu dir stehen würde. Und jetzt bist du mit einem Jungen zusammen.“
Ihre Worte trafen Lilian wie ein Schlag. Alles in ihrem Körper zog sich unangenehm zusammen. Hatte Isabel ihr das doch immer noch nicht verziehen?
„Aber das ist Schnee von gestern“, fügte sie fröhlich hinzu. „Ich freue mich für dich. Wirklich! Ich weiß zwar nicht, wie du das machst, dass du ihn nicht umbringst. Aber weißt du, was noch witzig ist?“
Lilian schüttelte den Kopf.
„Dass du und Emil euch vielleicht schon viel früher begegnet wärt, wenn das Martin nicht passiert wäre damals.“
Das ließ Lilian schmunzeln, da sie sich darüber noch nie so genau Gedanken gemacht hatte. „Stimmt. Ich war glaube ich nur zweimal bei dir.“
„Und dann haben mir meine Eltern verboten, mich mit dir zu treffen“, fuhr Isabel fort. „Ich musste immer neue Freundinnen erfinden, um zu dir zu kommen.“
„Waren deine Eltern da nie stutzig? Dein Vater hat das wirklich nicht mitbekommen?“
„Ne. Der war zu beschäftigt damit zu arbeiten. Ihm war nur wichtig, dass mir nichts passiert auf dem Weg und das ist es ja auch nie. Ich glaube sogar Martin, hat das ganze nie ganz durchschaut. Er wusste zwar, dass wir befreundet waren, aber dass wir zusammen waren...“
„Ihr hattet doch damals einen Deal, oder?“
Isabel grinste breit. „Ja, der Deal! Ich gebe ihm jeden Monat fünf Mark, später Euro, von meinem Taschengeld und er sagt meinen Eltern nicht, dass wir uns weiterhin treffen. Er hat das wirklich mitgemacht und keine Fragen gestellt. Dafür liebe ich kleine Brüder. Sie sind bestechlich!“
„Aber jetzt weiß er schon davon oder?“
Isabel musst einen Moment überlegen. „Ich bin mir nicht sicher, spätestens als ich zwei Wochen nach unserer Trennung meinen Eltern erzählt habe, dass ich lesbisch bin, sollte er eigentlich die richtigen Schlüsse gezogen haben.“
„Das hast du?“, fragte Lilian verwundet.
„Ja. Du hast mir klar gemacht, dass ich das loswerden wollte. Aber unsere Beziehung habe ich nicht erwähnt. Ich hoffe du nimmst mir das nicht übel, du kennst meine Eltern...“
„Kein Problem. Ich möchte nicht wissen, was Emils Eltern sagen würde, wenn sie wüssten, dass ich eine Succubus bin. Sie sind so nett...“
„Sie werden es sicher gut aufnehmen“, versicherte Isabel ihr und fügte dann hinzu; „Solange du Emil nicht umbringst.“
Lilian zuckte unmerklich zusammen. Gerade jetzt, wo Emils Leben nicht nur durch den Nekromanten, sondern auch noch durch sie selbst bedroht war. Wenn sie sich nicht irgendetwas überlegen würde, wusste sie nicht, was ihn schneller töten würde. Das Einzige, das sie wusste, war, dass sie das nicht zulassen würde.
„Na zum Glück tust du das ja nicht“, sagte Isabel und holte Lilian damit zurück aus ihren Gedanken. „Gibt es eigentlich Neues wegen dem Nekromanten?“
Für einen Moment setzte Lilians Herz einen Schlag aus. Woher wusste Isabel das? Hatte Martin ihr davon erzählt? Nun er musste es getan haben, schließlich hatte er ihr Auto zerstört. Aber das sah ihm überhaupt nicht ähnlich. Er weihte nie Unbeteiligte mit ein, wenn es nicht sein musste. Zumindest nie mit der Wahrheit
„Wenn Martin nichts herausgefunden hat...“ Lilian merkte dass ihre Stimme leicht zitterte.
„Hängt Martin da auch drin?“, fragte Isabel verwundert. „Natürlich hängt er da drin, er ist schon ewig mit Emil befreundet...“
„Woher weißt du das?“ Lilian sah sie eindringlich ein. Konnte es sein? Würde Isabel wirklich Nekromantie erlernen? Ein Mädchen aus einer Seher Familie?
In Isabels Gesichzügen zeichnete sich ab, dass sie über die Antwort nachdachte. Etwas zu lange, fand Lilian, doch dann biss sich Isabel auf die Lippe und sah Lilian mit einem Blick an, den diese nicht deuten konnte.
„Keine Ahnung. Vielleicht eine dieser Vorahnungen?“ Isabel lächelte leicht. „Ich finde die Verknüpfung zwischen den Informationen einfach nicht in meinem Kopf. Sogar das mit Emil glaube ich schon mal vorher gehört zu haben.“
Lilian starrte Isabel an. Sie wollte ihr glauben. Es klang plausibel. Aber was, wenn es nicht so war, was wenn Isabel ihr nur etwas vorspielte? Sie wusste nicht, was sie sagen sollte. Sie direkt darauf ansprechen? Hätte Martin sie nicht als Erste überprüft?
„Alles in Ordnung, Lilian?“, fragte Isabel besorgt. „Ich bin nicht der Nekromant, falls du das sagen möchtest.“
Endlich einmal kamen ihre Vorhersehungen im richtigen Moment. Möglicherweise kannte sie Lilian aber einfach auch nur zu gut. „Ich würde bestimmt nicht mein eigenes Auto zerstören lassen. Ich habe den kleinen geliebt!“
Lilian entspannte sich nun wieder etwas. „Hast du etwas dagegen, wenn ich kurz telefoniere?“
„Martin anrufen?“
„Etwas in der Art“, erwiderte Lilian zögernd.
„Nö, wieso? Mach ruhig und bleib ruhig sitzen.“

Nach einem kurzen prüfenden Blick, wählte Lilian schließlich Emils Nummer.

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